Dez 04

Warum ich Kumpel-Kommunikation nicht mag

Insa Künkel beim Trainer Kongress Berlin 2016 - im Workshops ging es um Texte, die Zielgruppen begeistern. (Foto: Silke Reents)

„Hallo Insa Künkel, kennst Du das Gefühl von Anspannung vor der Kamera?“, beginnt eine E-Mail, die mich heute erreicht. Ich überfliege kurz den Text. Schon fallen mir zwei Dinge auf, die mich an diesem Mailing stören:

1. Die Supermarktsprache

Die Kombi aus „Hallo + Frau + Nachname + Du“ kenne ich eigentlich nur vom Einkaufen. Der Klassiker: Kassiererin Müller ruft ihrer Kollegin ein „Du Frau Meier, hast du noch Kleingeld?“, rüber. Auch mein Lieblings-DHL-Mann pflegt diesen Stil. Neulich klingelte er und hatte noch zwei Päckchen für Nachbarn dabei. „Du Frau Künkel, kannst du die annehmen?“, fragte er. „Kein Problem“, sagte ich und der DHL-Mann atmete erleichtert auf. Bei ihm finde ich die Du-Kombi auch ganz nett. Aber bei einem Fremden, der mir ein Coaching verkaufen will? Da wünschte ich mir doch etwas mehr professionellen Abstand und kein kumpelhaftes Duzen.

2. Die Emoticon-Dichte

In den folgenden Zeilen des Mailings preist der Autor seine Dienstleistung an. Und schon wieder setzt er auf die Gute-Freunde-Masche: Zwei von drei Sätzen enden mit einem Smiley. In einer privaten E-Mail sind diese Emoticons ab und zu ganz nett. Aber in Newslettern finde ich die Zeichenfolgen eher fehl am Platz.

Wie geht es Ihnen? Welche Schreibe bringt Sie auf die Palme?

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