Nov 26

Rezension: Facebook und Recht – no risk no fun?

Nicht alles, was online möglich ist, ist auch erlaubt. Ein Blick in das Buch hilft weiter. (Cover: O'Reilly)

Ja, ich bin bei Facebook. Und nein, das Internet ist für mich kein rechtsfreier Raum. Jedoch: Auch wer noch so sorgfältig im Netz agiert, kann sich in prekäre rechtliche Situationen klicken. In seinem Buch „Facebook und Recht“ informiert Jan Christian Seevogel, wie man einigermaßen sicher vorgeht. Warum das Nachschlagewerk für mich eine schwere, aber wichtige Lesekost darstellt, erfahren Sie in diesem Blogpost. 

Selbstverständlich achte ich Werke anderer: Ich nutze keine Fotos, die ich via Google gefunden habe. Ich kopiere keine fremden Texte und gebe diese als meine aus. Und ich fotografiere auch niemanden heimlich beim Einkaufen, veröffentliche das Bild in meinem Account und schreibe dazu: „Typisch, kein Geld für gesundes Essen, aber shoppen bis zum Umfallen!!“ Das mache ich alles nicht. Selbstverständlich.

In welcher europäischen Stadt Sie für romantische Motive zahlen müssen

Dennoch, es bleibt so vieles, was Nutzer falsch machen können. Hätten Sie zum Beispiel gewusst, dass „die Beleuchtung des Eiffelturms bei Nacht in Frankreich urheberrechtlich geschützt ist“? Wer davon Bilder macht und diese kommerziell nutzen will, benötigt eine „kostenpflichtige Genehmigung“. Von wem, schreibt Jan Christian Seevogel auf Seite 109 in seinem Buch „Facebook und Recht“.

Wer Facebook nutzt, begibt sich in rechtliche Graubereiche

Schon die Tatsache, dass es Bücher zu diesem Thema gibt, könnte einen in Deutschland davon abhalten, Facebook zu nutzen. Denn wie so oft gilt: Vieles, was technisch möglich ist, ist bei uns verboten. Auch dieser Satz von Rechtsanwalt Seevogel, der auf Seite 15 zu lesen ist, motiviert nicht gerade zum Liken: „Das Nutzen von Facebook ist selbst bei größter Sorgfalt dauerhaft und umfassend kaum möglich, ohne sich zumindest in rechtliche Graubereiche zu begeben.“ Rechtliche Graubereiche? Na prima. Also lieber schnell den Account löschen? Für solche Reaktionen habe ich Verständnis. Ich will die Plattform aber weiterhin nutzen und deswegen lese ich das Buch von Dr. Seevogel weiter.

Alles wichtig. Aber nichts für nebenbei.

So schlimm kann das doch alles nicht sein, denke ich mir beim Blick auf das Inhaltsverzeichnis. In den sieben Kapiteln geht es um Themen wie „Marketing-Maßnahmen“, „Haftung für Inhalte“ oder „Facebook im Arbeitsverhältnis“. Alles interessant. Alles wichtig. Also beginne ich mit Kapitel 1: „Die Einführung in das Facebookrecht“. Auf Seite 19 verlässt mich schon wieder der Mut. Hier geht’s um die Nutzungsbedingungen. Diese „sind selbst für einen Juristen nicht so leicht zu durchdringen“. Hoffnung macht mir dann wieder ein Satz auf Seite 23: „Dieses Buch wird Ihnen dabei helfen, sich zurechtzufinden“. Prima. Dann kann es ja weitergehen. Ich arbeite mich durch die einzelnen Kapitel, hebe mit einem rosa Textmarker den einen oder anderen Satz hervor und klebe auf viele Seiten gelbe Post-its, auf denen Stichworte wie „Prüfen!“ oder „Machen!“ zu lesen sind. Sie sehen, eine leichte Bettlektüre ist das Buch für mich nicht gewesen.

Mein Fazit: Erst die Arbeit, dann weitermachen

Sehr gut gefällt mir, dass Jan Christian Seevogel viele unterschiedliche Themen anspricht. Wie war das zum Beispiel noch mal mit den Vorschautexten? Oder dem Impressum, das auf allen mobilen Endgeräten sichtbar sein muss? Was ist eigentlich „Astroturfing“? Dies alles können Sie in kurzen Texten nachschlagen. Auch die grafisch hervorgehobenen Praxistipps sind hilfreich. Der Autor rät zum Beispiel ein „übersetztes Zitat von einem Urheber aus Amerika“ zu nutzen. Warum, das erfahren Sie auf Seite 91. Leider fällt er ab und zu in den juristischen Schreibstil. So bleibt das Thema „Störerhaftung“ (S. 127ff.) harte Lesekost. Dennoch empfehle ich, diese Arbeit aufzunehmen. Vielleicht müssen Sie das eine oder andere Kapitel zweimal lesen. Aber wenn man Seite für Seite den rechtlichen Graubereich ein wenig verlässt, lohnt sich die Arbeit.

+ + Ich habe das Buch als Rezensionsexemplar erhalten. Diese bespreche ich nur in meinem Blog, wenn die Inhalte mich überzeugen. + +

Weitere Literaturtipps:

Diese Fachbücher aus den Bereichen Social Media, PR, Journalismus und Weiterbildung habe ich bereits in meinem Blog besprochen:

Train-the-Trainer-Leitfaden – sozial kompetent trainieren

Das Google+ Buch – ein handlicher Ratgeber mit vielen Extras

Crashkurs Networking – Chancen erkennen und ergreifen

 

2 Kommentare

  1. Dagmar Winklhofer-Bülow
    24. Januar 2015 um 17:20 Uhr · Antworten

    Prima Rezension über Facebookrecht! Vor allem macht sie Lust, sich mit dem Thema auch mal tiefer zu befassen.

  2. Insa Künkel
    24. Januar 2015 um 21:05 Uhr · Antworten

    Danke für das nette Feedback. Ein Blick in dieses Buch lohnt sich immer. Facebook birgt doch mehr rechtliche Stolpersteine als man denkt.

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