Sep 09

Serie: Tipps für Texter – so schreiben Sie professionell, Teil 1

In meinen Vorträgen und Workshops plane ich immer viel Zeit für die Fragen ein. (Foto: Silke Reents)

Teil 1: Schreibblockade – 5 Tipps, wie Sie den Knoten im Kopf lösen.

In meinen Workshops sind Fragen jederzeit willkommen. Ich antworte sofort oder wir diskutieren das Thema in der Gruppe. So werden die individuellen Fragen der Teilnehmer zum Inhalt meiner Trainings – und davon profitieren alle. 

Mit den Jahren ist auf diese Weise eine Sammlung oft gestellter Fragen entstanden – die Basis für meine neue Serie „Tipps für Texter – so schreiben Sie professionell“. Erfahren Sie in diesem Blogpost, was gegen Schreibblockaden hilft.

Kennen Sie das? Sie kommen vom Termin in Ihr Büro, formulieren dabei im Kopf schon den ersten Satz für Ihren Artikel, setzen sich an den Rechner und schreiben los. 15 Minuten später ist der Text fertig. Perfekt! Was aber, wenn es mal nicht so rund läuft? Dann hilft Mut zur Pause oder eine Ablenkungssafari zur Lunchtime. Fünf Tipps, wie Sie den Knoten im Kopf lösen:

1. Deadlinedruck? Gönnen Sie sich eine Pause

Der Abgabetermin sitzt Ihnen im Nacken? Auch wenn es ein paar Minuten vor Redaktionsschluss ist – manchmal muss man gerade bei Stress kurz den Raum verlassen, um den Kopf wieder frei zu bekommen. Ob Sie nun im Flur auf- und abgehen oder sich in der Küche einen Kaffee machen: Lenken Sie sich ab. Sie werden sehen, durch den Ortswechsel gewinnen Sie wieder Abstand zum Text.

2. Ziehen Sie blank! Weg mit den Notizen

Sie haben beim Meeting oder während einer Veranstaltung fleißig mitgeschrieben? Alle Stichworte auf den fünf Seiten des Notizblocks müssen unbedingt in den Text? Quatsch. Auch zu viele Informationen können zu einem dicken Knoten im Kopf führen. Mein Tipp: Legen Sie alle Notizen außer Sichtweite Ihres Arbeitsplatzes. Lehnen Sie sich entspannt zurück und schließen Sie die Augen. Wenn Sie jetzt an Ihr Thema denken: Was fällt Ihnen dazu ein? An welche Situation, an welches Beispiel denken Sie? Gibt es ein Zitat, einen O-Ton oder ein Statement, das sie hören? Ja? Dann Augen wieder auf. Schreiben Sie auf einen leeren Zettel, woran Sie sich erinnern. Die Stichworte sind meist die Hauptbotschaft oder Kernaussage des Textes.

3. Wer fragt, gewinnt erste Sätze

Das A und O eines jeden Textes ist der erste Satz. Aber gerade der Einstieg bereitet vielen Probleme. Meist wird es auch nicht besser, wenn Sie stundenlang darüber nachdenken. In dieser Situation hilft es, sich zu bewegen und einen Kollegen zu fragen. Also: aufstehen und in das nächste Büro oder zum nächsten Schreibtisch gehen. Erzählen Sie Ihrem Kollegen in drei Sätzen, worüber Sie schreiben. Fragen Sie ihn dann, wie er den Artikel beginnen würde. Schon haben Sie eine Idee für Ihren ersten Satz. Jetzt zurück zum Rechner und weiterschreiben.

4. Mittagspause – Zeit zum Ablenken

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Unter Zeitdruck zu arbeiten, gehört zum Job dazu. Dennoch: Gönnen Sie sich und Ihrem Text ab und zu eine Pause.

Manchmal braucht man auch mehr Abstand zum Thema. Wenn Sie mit Ihrem Text nicht weiterkommen, dann gehen Sie bewusst in die Mittagspause – und zwar nach draußen. Schon 30 Minuten an der frischen Luft sind inspirierend. Wo auch immer Sie arbeiten, gehen Sie vor die Tür und beobachten Ihre Umgebung. Gegenüber der Agentur ist eine U-Bahn-Haltestelle? Nichts wie hin da und Treppe runter. Schauen Sie mal, welche Werbeplakate es dort so gibt. Was steht drauf? Wäre die Eventankündigung etwas für Sie?

Oder gehen Sie die Straße entlang, an der das Unternehmen, der Verband, in dem Sie arbeiten, liegt. Achten Sie hierbei zum Beispiel auf die parkenden Autos: Was steht auf den Nummernschildern? Kleben Aufkleber à la „Lucy on board“ oder „Abi 2013“ an der Heckscheibe? Wie mag wohl der Fahrer oder die Fahrerin des Fiat Unos mit rosa Bärchen-Radkappen aussehen? Was auch immer Sie draußen sehen – es bringt Sie auf andere Gedanken. Zurück am Schreibtisch ist Ihr Kopf wieder frei für den Artikel.

5. Community fragen oder eine Nacht drüber schlafen

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Pausen, Abstand, Neues erleben – so schreiben Sie Texte, die bei Ihrer Zielgruppe ankommen.

Um auf neue Ideen zu kommen, können Sie auch Ihre Community fragen. Als ich zum Beispiel diesen Text geschrieben habe, habe ich parallel meine Follower aufgefordert, mir zu schreiben, was sie bei  Schreibblockaden machen. Neu war für mich der Tipp von @andijah. Sie fängt in solchen Momenten an zu stricken. Hingegen schwören @kontermann, @mcschindler und @IlseMohr auf Abstand zum Text und Bewegung an der frischen Luft – mit oder ohne @MadamFrieda. Und @stefankeller zieht die Sache durch. So lautet ein Tweet: „Schreiben. Alles andere hilft ja nicht.“

Und wenn das alles nicht hilft, dann legen Sie den Text zur Seite und lassen Sie ihn buchstäblich eine Nacht ruhen. Am nächsten Tag tippen sich viele Artikel, Newsletter oder Blogposts meist wie von alleine. Auch hier sorgt der Kollege „Abstand“ für neuen Schwung und gute Ideen. Probieren Sie es aus.

Ausblick: Teil 2 der Blogserie „Tipps für Texter – so schreiben Sie professionell“

Im nächsten Artikel meiner Serie geht es um Fehler, die Leser nicht verzeihen.

Gerne greife ich auch Ihre Themen auf: Sie schreiben im Job Pressemitteilungen, Artikel für Mitarbeitermagazine, Content für Websites oder Blogtexte und haben Fragen? Dann stellen Sie mir diese im Kommentar. Ich antworte direkt oder etwas später in einem neuen Blogpost.

 

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