Jan 31

Der oder das Blog – wie es euch gefällt?

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Für Wörter wie E-Mail oder Know-how lassen sich in Flyern und Broschüren viele Varianten finden. Ähnliches gilt bei der Wahl des Artikels. Eine Recherche nach der korrekten Schreibweise. 

„Bei uns gilt immer noch die alte Rechtschreibung!“, betonte neulich ein befreundeter Rechtsanwalt. Ich musste schmunzeln, denn diese Reaktion habe ich bei meinen Beinahe-Kollegen schon oft erlebt.

Auch in meinen Workshops poppt das Thema immer wieder auf. Würde ich die Fragen nach „Wie schreibt man jetzt eigentlich …“, nicht sofort in die Pausen verschieben, dann bliebe den Teilnehmern kaum Zeit für die eigentlichen Inhalte des Trainings.

Drei Sprechblasen in denen "Wieso", "Weshalb?", "Warum? steht.

Koppeln? Großschreiben? Englische Wörter sorgen für Unsicherheiten. (Bild: cirquedesprit/Fotolia)

Bei E-Mail Know-how?

Besonders englische Begriffe produzieren Fragezeichen. Dies fällt mir auf Social-Media-Plattformen, Websites oder in Unternehmenspublikationen auf. Hier scheinen einige Wörter mittlerweile ein Eigenleben zu entwickeln. Drei Beispiele: So gibt es zahlreiche Schreibweisen für das Wort „E-Mail“. Von Klein- bis Getrenntschreibung ist alles mit dabei: email, Email, eMail oder e mail. Ähnliches gilt für „Know-how“. Auch „Social Media“ sorgt für reichlich Wirrwarr in der deutschen Community: Das Wort an sich wird als rein englischer Begriff aufgenommen und deswegen nicht gekoppelt. Anders ist es, wenn weitere Substantive ins Spiel kommen. Dann heißt es „Bitte koppeln!“ und zum Beispiel von Social-Media-Managern schreiben.

Der, die, das … Sprache ist nicht logisch

Ungereimtheiten gibt es zudem bei der Wahl des Artikels. Heißt es zum Beispiel „der“ oder „das“ Blog? Noch lese ich beide Versionen und frage mich, wer denn nun recht hat. „Das“ Blog hört sich für mich genauso schräg an wie „die“ Nutella. Liegt vielleicht daran, dass ich aus Norddeutschland komme. Nach dem Motto „Wer nicht fragt, bleibt dumm“ rufe ich bei der Duden-Sprachberatung an. Die Antwort einer tiefen, männlichen Stimme: „Es geht beides. Der Duden empfiehlt die ‚der‘-Variante.“ So sieht es auch mein Lektor. Seine Antwort auf meine Frage, welcher Artikel in Zukunft das Rennen machen wird:

Ein Kopfbild von Lektor Martin Radke.

„Derzeit liegt ‚der’Blog vorn“, sagt Lektor Martin Radke.
(Foto: textgaertnerei)

  Laut Duden gehen beide Geschlechter. Ob sich eines durchsetzen wird und wenn, welches, kann man schwer sagen. Das Wort ‚Blog‘ ist eine Kurzform von ‚Weblogbuch‘ und damit eigentlich sächlich. Allerdings ist Sprache nicht logisch, sondern so, wie sie gesprochen wird, und derzeit liegt wohl ‚der‘ Blog vorn.

… und Sprache ist immer im Wandel

Das passt auch zu der Aussage von Bastian Sick. In seinem Buch „Der Dativ ist dem Genitiv sein Tod“ betont der Spiegel-Online-Kolumnist: „Sprache ist in ständigem Wandel und passt sich veränderten Bedingungen und neuen Einflüssen an.“ Mehrfach abgesichert, wähle ich bei meinem Blog die männliche Artikelvariante. Mal sehen, ob ich diese Entscheidung irgendwann kippen muss.

Und welche Wörter bereiten Ihnen Kopfschmerzen? Ich bin gespannt auf Ihre Kommentare.

Tipp: Hilfe bei Rechtschreibfragen erhalten Sie von Martin Radke oder einem seiner Kollegen des Lektoratsbüros Textgärtnerei.

 

4 Kommentare

  1. Reimund
    31. Januar 2013 um 15:23 Uhr · Antworten

    Hallo Insa. Mir bereitet das „wie“ im Komparativ Schmerzen. Und der ist nicht mehr zu bremsen.

    • Insa Künkel
      9. Februar 2013 um 14:37 Uhr · Antworten

      Hallo Reimund, das kann ich sehr gut verstehen. Mir geht es ähnlich, wenn jemand „diesen Jahres“ sagt oder schreibt. An alle da draußen: Es heißt „dieses Jahres“.

  2. Martina
    24. Juni 2015 um 22:58 Uhr · Antworten

    Der, die oder das, da gibt es auch im Yogabereich reichlich Verwirrung. Der Yoga oder das Yoga, das Mantra, die Mantren, das Mantrum (mit der Erklärung das Wort ware lateinisch?!!), weswegen es ganz klar im Plural das Mantrum heißen müsse – es sind etliche Varianten unterwegs. Da fast keiner tatsächlich genug Sanskrit kann, irren etliche Varianten mit und ohne griffige Erklärung durch die virtuelle und auch gedruckte Literatur.
    Danke für den Artikelhinweis (oder gekoppelt Artikel-Hinweis? Ich glaube ich habs noch nicht ganze verstanden),
    herzliche Grüße
    Martina

    • Insa Künkel
      25. Juni 2015 um 11:56 Uhr · Antworten

      Danke für dein nettes Feedback. Das Wort Artikelhinweis liest sich ohne Bindestrich besser.

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